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Fesselflug

 

Fesselflug, was ist das?grafik-1

Ein Pilot, der Mitten auf einem Platz steht und ein Modellflugzeug, das sich in den merkwürdigsten Figuren auf einer halbkugelförmigen Fläche um ihn herum bewegt. Das ist Fesselflug. Nein nicht ganz, es gehört schon eine ganze Menge mehr dazu. Das Modell fliegt nicht einfach nur so um den Piloten, sondern es wird mit dem Griff, der von der Hand des Piloten festgehalten wird gesteuert und die wilden Flugfiguren sind mehr oder weniger gewollt (hängt vom Können des Piloten ab). Das Modell hängt an 2 ca. 20 m langen und bis zu 0,5 mm dicken (unterschiedliche Leinenlänge und –dicke, je nach Klasse) Stahlleinen, die wiederum mit dem Griff verbunden sind. Da das Modell gezwungen ist in einer Kreisbahn zu fliegen, braucht man also nur Höhe und Tiefe zur Steuerung. Hört sich jetzt recht einfach an, ist es aber nicht. Jeder der sagt Fesselflug ist langweilig, weil „die fliegen ja nur im Kreis“ oder „Modellflug ohne Fernsteuerung ist kein Modellflug“, ist herzlich eingeladen mal einen Griff mit Anfängermodell in die Hand zu nehmen.

Man unterscheidet Fesselflug in vier verschiedene FAI-Klassen (Fédération Aéronautique Internationale =  internationaler Luftsportverband). In diesen Klassen werden unter der FAI Welt- und Europameisterschaften ausgetragen.

f2aDa ist die Klasse F2A = Speed, Geschwindigkeit. Bis über 300 km/h ist keine Seltenheit. Sieht zwar aus wie ein halbes Modell mit nur einer Tragfläche und einer Einblattluftschraube (mit Gegengewicht), fliegt aber dafür umso schneller. Das Modell startet aus einem kleinen Wagen (Dolly), da es kein Fahrwerk hat. Erreicht das Flugzeug dann seine Geschwindigkeit, hängt der Pilot den Griff in eine Gabel, 2 Runden später beginnt die Zeitnahme über 9 Runden (entspricht 1 km). Die Schwierigkeit dabei ist, dass der Pilot um einen Pfahl (Pylon) laufen muss in dem sich die drehbare Gabel befindet. Es sollen Piloten geben, die sich hin und wieder schon mal einwickeln, da das Modell schneller als der Pilot um die Gabel herum war.

 



 

f2bF2B = Kunstflug, 16 fest vorgeschriebene Figuren ergeben ein Programm, dass von einer Jury bewertet werden muss. Ein Programm besteht aus Loopings, Achten liegend, stehend und über Kopf und anderen Figuren.
Kunstflieger sind die Ästheten unter den Fesselfliegern, Modelle müssen schön aussehen und auch noch gut Fliegen. Klappt leider auch nicht bei jedem, am Griff steht noch immer der Pilot und der steuert das Flugzeug.

f2cF2C = Team-Race, dies ist ein Mannschaftsport bestehend aus Pilot und Mechaniker. Drei Teams fliegen gleichzeitig gegeneinander, das Team das am schnellsten 100 Runden (10 km) beendet, hat gewonnen. Überholen darf man nur indem man das gegnerische Modell überfliegt, überholt man von unten,  würde das eine Disqualifikation nach sich ziehen. Da die Tankgröße von 7 ccm vorgeschrieben ist, reicht diese Menge nicht für das komplette Rennen. Zwischenstopps (Pit-Stop) müssen sein.f2c-b

 

 

 

 

Der Pilot muss auf den Punkt genau landen. Der Mechaniker darf nicht in den Kreis langen. Teilweise kommen die Modelle mit recht hoher Geschwindigkeit zum Tanken und trotzdem muss der Mechaniker das Modell fangen, schafft er es nicht, ist das Rennen in den meisten Fällen für die beiden vorbei. Dann die Druckbetankung und den Motor wieder anwerfen und das Modell in die Luft bringen. Die schnellsten Pit-Stops liegen bei unter 2 Sekunden. Eine der spektakulärsten Klasse, die Zeiten liegen dort bei etwas über 3 Min. für die 10 km. Vielleicht noch erwähnenswert, in allen Klassen, außer F2A werden die Motoren mit der Hand angeworfen. Bei F2A mit einem Akkustarter und seit 2006 sind in F2B ebenfalls Akkustarter erlaubt. Manchmal ist es schon ganz lustig anzusehen, wenn sich ein RC-Pilot mit seinem Starter abmüht und den Motor nicht zum Laufen bekommt, dann kommt ein Fesselflieger, schaut mal kurz, gibt dem Propeller einen Schlag und das Ding läuft.

f2dF2D = Combat oder auch Fuchsjagd, zwei Piloten versuchen in den wildesten Manövern dem gegnerischen Model einen 2 m langen Fuchsschwanz bestehend aus Krepppapier abzuschneiden. Dies geschieht mit dem Propeller des eigenen Modells. Möglichst viele Schnitte bringen hohe Punktzahlen, Bodenzeiten ergeben ein Minus. Da beide Modelle ständig aufeinander zufliegen, gibt es in dieser Klasse natürlich häufig Zusammenstöße, deshalb sind diese Modelle recht einfach gehalten. Auf vielen Wettbewerben sind anschließend die Müllcontainer voll mit den Überresten der Combatmodellen. Die Jungs müssen schon ein wenig verrückt sein. Machen die doch mit Absicht ihre Modelle kaputt. Aber für Zuschauer natürlich ein riesen Spaß.

trainingDas waren die 4 FAI Klassen, diese Klassen werden von den Profis betrieben und setzen schon einiges an Erfahrung und Können voraus. Aber mit der richtigen Anleitung und Hilfe kann das im Grunde jeder erlernen, wenn man die erste Übelkeit auf Grund des „sich im Kreis drehen“ überwunden hat.

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Darüber hinaus gibt es jede Menge sogenannte „Funklassen“, die den Einstieg in den Fesselflug möglich machen und dazu noch recht viel Spaß bringen. Da wären BCD = Basic Carrier Deck, auf einem (nachgebauten) Flugzeugträger starten und landen, das Landen natürlich wie auf einem richtigen Deck, in die Fangseile. MTR = Mini-Team-Race, genau wie der große Bruder in der FAI-Klasse F2C, nur mit kleineren Motoren und Modellen. Es gibt noch jede Menge mehr und für jeden sollte etwas dabei sein ob jetzt Naturgetreu (F4B) oder Old-Time-Stunt, Rennklassen oder Kunstflug.

Fesselflug, die ersten Schritte

robertWenn man Fesselflug einmal ausprobieren möchte, ist es am Besten sich jemanden zu suchen der schon ein wenig Ahnung hat vom Fesselflug. (Kontakte können wir herstellen).  Zurzeit gibt es einige brauchbare Baukästen für Anfänger auf dem Markt.  Sollte man schon Bauerfahrung haben, so eignet sich natürlich auch ein Bauplan, auch hier können wir weiterhelfen. Anfängermodelle sollten nicht zu aufwändig gebaut sein, da doch mit dem einen oder anderen Absturz zu rechnen ist. Nach der Bauphase ist das warten auf gutes Wetter angesagt und das kann manchmal, wie wir leider alle feststellen mussten, etwas dauern. Aber wenn es dann soweit ist, raus auf den Platz. Auf welchen Platz? Eine kurzgemähte Wiese reicht ja eigentlich. Aber bitte nie ohne Erlaubnis des Eigentümers und ohne Modellhalterhaftpflichtversicherung (über die Dachverbände). Manche private Versicherungen übernehmen zwar manchmal einen eventl. Schadensfall, aber dort sollte man sich vorher erkundigen. Sportplätze sind sehr gut geeignet, aber auch hier gilt immer erst um Erlaubnis bitten. Und bitte nicht alleine fliegen gehen, am Anfang sollte immer jemand zur Sicherheit dabei sein, auch um das Gelände zu beobachten, falls mal ein Spaziergänger oder ein Kind unerwartet auftaucht und einfach in den Flugkreis hereinläuft. Viele Leute verstehen nicht, dass das Modell sich im Kreis bewegt und der Pilot vielleicht gar nicht mitbekommen hat, dass sich jemand genähert hat.
Am besten aber ist immer noch sich einem Verein anzuschließen, dort hat man ein Gelände, normal wird man über den Verein versichert und trifft dort auf Gleichgesinnte (zumindest was Modellflug betrifft). Leider gibt es nur sehr wenige Fesselflugvereine, zwei in Ostdeutschland und einer in Westdeutschland. Da bleibt nichts anderes als sich einen RC-Verein anzuschließen. Oftmals werden aber dort Fesselflieger, sagen wir mal geduldet. Ist ein Fesselflieger in der Luft, ist automatisch der Platz für die RC-Piloten gesperrt, es sei denn der Verein hat ein riesiges Gelände, aus diesem Grund sieht man nicht gerne Fesselflugpiloten auf RC-Gelände. Gott sei Dank ist es aber nicht in allen Vereinen so, je kleiner der Verein, um so toleranter, so ist die Erfahrung.
Hat man sich diesen Absatz zu Herzen genommen, steht dem Fliegen nichts mehr im Wege und man kann die ersten Runden drehen. Der erste Flug wird frustrierend sein, da das Modell sich nicht so steuern lässt wie erhofft. Dann hilft nur Trimmen und wieder versuchen. Nach den ersten 4-5 Flügen läuft es dann immer besser. Spätestens jetzt ist man vom Fesselflugvirus befallen und plant den Bau des nächsten Modells, etwas größer, schöner und besser. Und so hat man immer wieder eine wunderschöne Winterbeschäftigung.
Irgendwann fährt man dann zu einem Wettbewerb um mal die FAI-Klassen zu beobachten. Möglichst einen Wettbewerb wo alle vier Klassen geflogen werden. Und nun? Jetzt fällt die Entscheidung, welche Klasse gefällt mir, ist zu realisieren und wo kann ich fliegen?
Alles Fragen die wir gerne versuchen zu beantworten. Ihr könnt euch direkt an uns wenden unter email oder schaut unter
Fesselflug-Center, Lassogeier oder geht in das Fesselflug-Forum.

Fesselflug und der LSV Phoenix e.V.

Der LSV Phoenix ist ein noch junger Verein, der sich im Jahr 2007 mit 10 Gründungsmitgliedern gebildet hat. Der Entschluss zur Gründung des Vereins wurde durch mehrere Faktoren ausgelöst.

  • 1. Nachwuchsförderung
  • 2. Fesselflieger sind meistens ungewollte Einzelkämpfer
  • 3. Ein geeignetes Gelände finden
  • 4. Verein, Modellhalterhaftpflicht sowie FAI-Lizenz

Der Fesselflug leidet wie viele Sportarten unter Nachwuchsmangel. Deshalb hat der Verein sich die Nachwuchsförderung ganz groß auf die Fahne geschrieben. Wir haben vor Schulen aufzusuchen um den Jugendlichen zu erklären was Fesselflug überhaupt ist. Die werk-1meisten gehen immer noch davon aus, es hätte etwas mit Ballonfahren zu tun.  Sollte dann das Interesse geweckt sein, könnten wir einen Trainingstag veranstalten. Besteht dann noch immer Spaß an der Sache,  geht es in die Werkstatt. Dort wollen wir in kleinen Gruppen die ersten Fliegerwerk-2 zusammenbauen. Das ganze soll ziemlich regelmäßig stattfinden. Wir möchten den Jugendlichen gerne Werte vermitteln. Das man nicht nur einfach in einen Laden geht und sich ein Modell kauft (da gibt der Markt, Gott sei Dank, nicht all zuviel her), sondern dass man aus einem Stück Holz etwas schaffen kann. Vielleicht sein handwerk-3werkliches Geschick entdeckt und merkt was alles so in einem steckt und auf diese Art ein Hobby vermittelt wird, das einem sein Leben lang begleiten kann, wie es bei vielen Fesselfliegern der Fall ist. Geschadet hat es keinem, ganz im Gegenteil, selten ist einer auf dumme Gedanken gekommen. Die Fesselflieger sind ein ganz eigenes Völkchen, Konkurrenzdenken gibt es so gut wie gar nicht. Jeder hilft jedem und das wirklich Weltweit.


Weltweit ist wörtlich zu nehmen. Die Fesselflieger sind überall verstreut, deshalb ist es so schwierig Nachwuchs zu unterstützen. Da wir aber in Nordrhein Westfalen leben, haben wir das große Glück gleich mehrere Fesselflieger relativ nah beieinander zu finden. So konnten wir uns zusammen in einem Verein organisieren. Ein großer Teil der Mitglieder besteht aus der Nationalmannschaft, die in jedem Jahr an Welt- und Eurpameisterschaften teilnehmen.

Wichtig für unsere Leistungsträger ist ein passendes Gelände zum Training und Vorbereitung für die großen Wettbewerbe und für die Jugendlichen sollte es erreichbar sein. Keiner ist gewillt erst 20 km mit Fahrrad zum Modellflugplatz zu fahren. Leider mußten wir unser Gelände nach einem Jahr aufgeben und sind seit dem wieder auf der Suche. Es ist allerdings nicht so ganz einfach hier in der Gegend etwas passendes zu finden. Wir geben aber nicht auf. Sollte jemand ein geeignestes Gelände kennen, meldet euch bitte wir lassen nichts unversucht um wieder Spaß zu haben.

Wer sich jetzt überlegt in unserem Verein Mitglied zu werden kann sich bei uns melden unter LSV Phoenix e.V.. Wir übernehmen die Anmeldung beim DAeC (Deutscher Aeroclub), das ist unser Dachverband in dem wir als Verein Mitglied sind und über den wir auch unsere FAI-Lizenzen bekommen. Die braucht man aber nur, wenn man an Wettbewerben teilnehmen möchte die im Namen der FAI veranstaltet werden.  Sollte schon eine Modelhalterhaftpflichtversicherung bestehen,
reicht uns der Versicherungsnachweis.

Und keine Angst, ihr müsst nicht zum Arzt, das ist nur der Fesselflugvirus und dagegen hilft kein Mittel.

 

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